Neuwort: abblicken

Kaum eine Zusammensetzung aus deutscher Vorsilbe und Verb, die nicht bereits mit einer oder mehreren Bedeutungen gefüllt ist. Eine Ausnahme ist mir heute Morgen eingefallen: abblicken. Bitte nutzt die Kommentarfunktion um mögliche Bedeutungen des Wortes vorzuschlagen.

Das Wort scheint vorzeiten im Bergbau gebraucht worden zu sein. Genaue Erklärungen konnte ich jedoch nicht finden. Wer hierzu näher Auskunft geben kann, bitte auch als Kommentar vermerken.

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Altwort: Sitemap > Inhaltsverzeichnis

Das Presseportal der Polizei NRW ist eine gute Anlaufstelle, wenn man wissen möchte, warum denn gestern dort oder da eine Menge Einsatzfahrzeuge vorbeigefahren sind.

Sehr löblich auch die Bezeichnung Inhaltsverzeichnis als deutsche Entsprechung der englischen “Sitemap”. Die Übertragung des Begriffes Inhaltsverzeichnis aus dem Buch auf eine Webpräsenz [1] ist sehr gelungen.

[1] An dieser Stelle benötigen wir noch eine schöne deutsche Entsprechung für den Begriff Website – Webseite ist die einzelne Seite, Webpräsenz die Summe zusammengehöriger Seiten.

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Unwort: WC-Manager

RP-Online berichtet über die Anzeige eines Restaurants; gesucht war ein WC-Manager – klarer Fall von Euphemismus (Hehlwort). Das Wort Manager hat aktuell ja einiges von seinem vorteilhaften Klang und Glanz eingebüßt. Dennoch findet es sich regelmäßig in Postenbezeichnungen wie (Key-)Account-Manager (Kundenbetreuer), Facility-Manager (Hausmeister) oder Case-Manager (Fall- oder Sachbearbeiter). Bitte, wenn wir schon beschönigende Begriffe verwenden wollen, dann deutsche. Der Kloputzer ist mit “Reinigungskraft” ebenso gut betitelt wie der Müllmann (Waste-Manager?) mit “Entsorgungsfachmann”, oder nicht?

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Atlas zur deutschen Alltagssprache Runde 6

Die philologisch-historische Fakultät der Universität Augsburg führt nunmehr die 6. Runde ihrer Umfrage für den Atlas zur deutschen Alltagssprache durch, bei der die geografische Verteilung sprachlicher Besonderheiten in Deutschland erfasst wird. Ging es vormals zumeist um unterschiedliche Ausdrücke, so ist die aktuelle Runde der genaueren Zuordnung von Sprachähnlichkeiten gewidmet: wo wird überall so gesprochen wie bei mir zu Hause? Wer Interesse an Dialekten, Deutsch und Sprache hat, ist aufgefordert die Umfrage mitzumachen.

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Link: Beamtendeutsch

RP-Online hat einige nette Fundstücke aus Beamtenfedern zusammengetragen. Wer sagt denn bitte Spontanvegetation für Unkraut oder raumübergreifendes Großgrün für Baum? Ein Dreiseitenkipper ist auch kein Lastwagen, sondern eine Schubkarre. Manche Begriffe sind meiner Meinung nach allerdings auch Fachwörter oder Wörter mit Rechtsbedeutung, die nicht ohne weiteres nach Gutdünken ersetzt werden können, so zum Beispiel Luftverlastung für den Transport per Hubschrauber. Manche Begriffe sind auch kürzer als die der Umgangssprache und könnten daraufhin untersucht werden, ob man sie nicht in die Alltagssprache übernimmt.

Beamtendeutsch die Erste und die Zweite.

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Schüttelreim

Die AGB von naturtextilversand.de enthalten die etwas ungewöhnliche Pluralbildung von Lattenrost: Lattenröste. Erst vor wenigen Tagen stieß ich bei der Suche nach Beispielen Für Powerpoint-Karaoke auf Youtube auf folgenden Schüttelreim von Jan Schmidt:

Kannst du mir mal die Leiter reichen, ich komm nicht an die Reiter-Leichen.

Das im Hinterkopf, drängte sich mir also dieser Schüttelreim auf:

Die Ratten lösten sich schon von den Lattenrösten.

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Gesucht: Download

Dass es bisher kein brauchbares deutsches Wort für Download gibt, ist richtig. Es bedeutet aber nicht, dass das so bleiben muss.

Überlegen wir einmal: Download bezeichnet zum einen den Vorgang, eine Datei herunterzuladen, als auch die Datei selbst, wenn betont werden soll, dass sie aus dem Internet stammt. Aber die Herunterladung und das Heruntergeladene sind keine brauchbaren Wörter. Die Herunterlade ist bestenfalls sehr umgangssprachlich.

Es gibt allerdings eine Analogie, die uns vielleicht weiter bringt: der Ladevorgang von Gütern. Die Datei können wir z.B als Netzgut oder Netzfracht bezeichnen (Die Diskussion um Sinn und Unsinn von Netz im Zusammenhang mit dem Internet können wir uns sparen, Netz ist längst ausreichend tief in unserer Sprache verwurzelt). Allerdings vernachlässigen wir hierbei die Unterscheidung zwischen Download und Upload, die wir wenn möglich erhalten sollten. Aber vielleicht denkt einer von euch hier weiter und wartet mit weiteren Vorschlägen auf.

Schwieriger gestaltet sich das mit dem Download als Vorgang. Transfer ist weder deutsch noch in der Übertragungsrichtung eindeutig. Dateiübertragung vermisst die Richtung ebenso und ist ein Un(g)wort. Überlegen wir weiter: Dateiaufzug, Dateiabzug, Dateieinzug, Dateiabnahme, Dateihochlage, Dateizulauf, Dateiablauf… Die letzten beiden Begriffe scheinen nicht ganz unbrauchbar zu sein. Das besondere an der Datenübertragung ist ja, dass es sich weniger um einen Versand am Stück (wie bei einem Paket) handelt, sondern eher um einen Vorgang, der dem Bunkern von Heizöl ähnelt. Die Daten werden fließend übertragen. “Kannst du mal bitte den Dateiablauf anstoßen?” oder “Der Dateizulauf auf unseren Server ist abgeschlossen”. Gewöhnungsbedürftig, ja, aber vielleicht nicht ganz unbrauchbar.

Ich bin gespannt auf weitere Vorschläge und Anmerkungen.

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Gefunden: beschlauen

Auf meiner letzten Reise durch das Wunderland Deutsch begegnete ich einem Wegweiser, der mich zu den Szenesprachenwikingern führte. Auf dem dortigen Markt wird das Wort beschlauen angeboten, von dem ich ein Exemplar erstehe, um es euch vorstellen zu können:

sich mit einem (bestimmten) Thema lernend näher befassen oder von jemandem belehrt werden

Im Grunde ersetzt es die umständliche Wendung “sich schlau machen” durch ein einzelnes, kürzeres Wort: “Ich werde mich zu diesem Thema beschlauen”. Im Passiv ist dennoch “gelehrt werden” schöner: “Uns wurden die Grundkenntnisse der Algebra gelehrt” statt “Wir wurden zur Algebra beschlaut”.

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Gute Schilder, schlechte Schilder

Normalerweise fahre ich an diesem Werksgelände vorbei, heute war ich zu Fuß unterwegs. Deshalb fiel mir auch der verblüffende Unterschied zwischen zwei Schildern auf, die keine 20 Meter voneinander entfernt an einer Kette und dem Gebäude angebracht sind.

Unbefugte dürfen die Werkanlagen nicht betreten!

Unbefugte dürfen die Werkanlagen nicht betreten!

“Wow!” dachte ich, endlich mal ein Schild, das in lesbarem Deutsch geschrieben ist: “Unbefugte dürfen die Werkanlagen nicht betreten!” Endlich erhält der Vorgang des Betretens das Zeitwort, das er verdient.

Unbefugten ist der Zutritt verboten!

Unbefugten ist der Zutritt verboten!

Ich hatte gerade das Foto gemacht und ging, mich noch über diese herausragende Entdeckung freuend, weiter, als ich das zweite Schild bemerkte. Darauf steht: “Unbefugten ist der Zutritt verboten!” Hoffen wir, dass es ein altes Schild ist, das bald auch durch ein neues, schönes, lesbares Schild ersetzt wird.

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Wortspiel: die die die die die

Die die die die die Diebe stellen stehlen stören.

Oder: Wer Alarmanlagen stiehlt, der stört.

Der der der der der Dermatologe nicht hilft nicht hilft hilft nicht.

Oder: Den zu bemühen, der nicht hilft, wenn der Dermatologe es nicht tut, bringt nichts.

Dass das “dass” das “das”, das “dass” geschrieben wird ist, ist klar.

Eine große Auswahl an Beispielen ist auf germanteaching.com zu finden.

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