Englische Berufsbezeichnungen

Viele Agenturen verwenden Englische Stellenbezeichnungen in Anzeigen, weil es besser klingt. Das führt aber oft dazu, dass mögliche Bewerber abgeschreckt werden. Mehr darüber im Artikel „Verwirrende Anglizismen: Englische Berufsnamen nerven viele“ auf rp-online.de.

Jugendwort des Jahres 2010: Niveaulimbo

Pressemeldung:

„Niveaulimbo“ ist das Jugendwort des Jahres 2010. Beeindruckt hat die diesjährige Jury, die trotz ihrer äußerst heterogenen Besetzung ihre Entscheidung einstimmig getroffen hat, die Zusammensetzung der beiden Begriffe „Niveau“ und „Limbo“ zu einem neuen selbstständigen Wort mit einer völlig anderen Bedeutung. Mit der Neuschöpfung „Niveaulimbo“ bezeichnen die Jugendlichen ein „ständiges Absinken des Niveaus“, vor allem in Bezug auf aktuelle TV-Formate, aus dem Ruder laufende Partys und sinnlose Gespräche. Die Jury begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass durch „Niveaulimbo“ die gegenwärtige Entwicklung der TV-Landschaft im Hinblick auf ihre Unterhaltungsformate von den Jugendlichen kritisch beäugt und entsprechend kommentiert wird. Ferner befand vor allem die jugendliche Jury, „dass der Begriff in vielen Bereichen einsetzbar ist, wie auch eine Vielzahl so genannter „Niveaulimbo“-Gruppen auf Facebook oder StudiVZ aktuell zeigt.“ Bereits zum dritten Mal rief der Langenscheidt Verlag in Kooperation mit der Jugendzeitschrift SPIESSER und dem Social Network MySpace zur Wahl „Jugendwort des Jahres“ auf.

Damit erhält das Wort Niveau eine erhöhte Aufmerksamkeit, die wir gleich dazu nutzen sollten, die Schreibweise anzupassen: Niwo. Schließlich haben wir Deutschen es auch erfolgreich geschafft den Shawl als Schal einzudeutschen.

Quellen:

Neuwort: vergenauern

Es fehlt offensichtlich noch ein gutes deutsches Wort für das Fremdwort präzisieren. Die im Wiktionary vorgeschlagenen Synonyme konkretisieren (selbst Fremdwort) und verdeutlichen sind nicht treffend. Mein Vorschlag hierzu ist vergenauern.

Apple schreibt verständlich

Ach, wenn doch alle so direkt und verständlich schrieben:

„Wir haben im App Store mehr als 250.000 Apps. Wir brauchen keine Furz-Apps mehr. Wenn deine App nichts Nützliches kann oder nicht in irgendeiner Form dauerhafte Unterhaltung bietet, wird sie möglicherweise nicht zugelassen.“

via Kommentar auf FTD: Lucy Kellaway – Die veräppeln uns

Siehe auch: Apple in „ausländische Firmen duzen uns

„Der Akkusativ ist für den Dativ der Tod“

Das ist doch die logische Fortführung von „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“.

Und wenn wir schon mal dabei sind: „Nominativ, und tot ist der Akkusativ.“

Schreibweise: Kampanje

Heute bin ich über einen neuen Fall gestoßen, bei dem die Schreibweise eingedeutscht werden sollte: Kampagne. Spricht es doch mal laut mit der naheliegendsten Aussprache aus: Kam-pa-gne. Nee, Kampanje müsste es geschrieben werden, wollen wir nicht die Aussprache verunstalten. Ja, das sieht ein bisschen niederländisch aus, aber das ist doch kein Grund gegen eine anpassung der Schreibweise. Ich bin für Kampanje, sei es eine Werbekampanje oder eine Wahlkampanje.

Okay, denkbar wäre auch Kampanie, aber die Nähe zur Kompanie halte ich für problematisch, könnte sie doch die Aussprache verfälschen (Betonung am Ende). Auch ist es erstrebenswert mehr als ein Vokal Unterschied zwischen zwei Wörtern zu erhalten.

Alternativ bin ich aber auch offen für ein echtes, neues, deutsches Wort für eine „befristete öffentliche Werbeaktion“. Wer hat einen Vorschlag?

Neuwort: entfolgen

Die deutschen Übersetzer bei Twitter übersetzen „unfollow“ mit entfolgen. Gemeint ist, jemanden von der Liste der Benutzern zu entfernen, über deren Kurznachrichten (Tweets) man informiert wird.

Eintrag entfolgen im Szenesprachenwiki

Lammert: Deutsch ins Grundgesetz

Unser Bundestagspräsident Norbert Lammert hat erneut die Idee aufgegriffen, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Hoffen wir, dass die dafür nötige Mehrheit zu Stande kommt.

via n-tv.de

Buchtipp: The Elements of Style

Mir ist das englische Gegenstück zu Ludwig Reiners Stilfibel in die Hände gefallen: The Elements of Style von William Strunk Jr. und E. B. White.

Vigoroius writing is concise. A sentence should contain no unnecessary words, a paragraph no unnecessary sentences, for the same reason that a drawing should have no unnecessary lines and a machine no unnecessary parts. This requires not that the writer makes all sentences short, bu that every word tell.

Allein die Regeln 14, „Use the active voice“, 16, „Use definite, specific, concrete language“ und 17, „Omit needless words“ zeigen die inhaltliche Nähe beider, meines Wissens nicht voneinander beeinflussten, Werke.

Ergänzt werden die Regeln durch einige knappe Hinweis zur formalen Gestaltung, einer Liste häufig falsch verwendeter Wörter und einer Anleitung von White, wie man guten Stil einüben kann.

Das schmale Büchlein ist kein allumfassendes Stil-Lehrbuch, das jeden möglichen Fall behandelt, sondern ein Regelbuch, das knapp und treffend die wichtigsten Grundpfeiler guten Stils vermittelt.

Hoffnung wider das Beamtendeutsch?

Können wir doch noch Hoffnung haben, dass sich das Beamtendeutsch eines besseren besinnt und für Normalbürger verständlich wird? Sprachtrainer in Schreibwerkstätten und Beispieldatenbanken (Idema/Novatec) sollen es richten. Die Ergebnisse sind vielversprechend, wenn auch noch nicht ausreichend nachhaltig. Viele Kommunen sind zudem nicht bereit die Kosten zu tragen, ihren Bürgern den Verwaltungsapparat etwas näher zu bringen. Ist das vielleicht manchmal gar nicht gewünscht?

Quelle: Kampf gegen das Amtsdeutschrp-online.de