Gesucht: Download

Dass es bisher kein brauchbares deutsches Wort für Download gibt, ist richtig. Es bedeutet aber nicht, dass das so bleiben muss.

Überlegen wir einmal: Download bezeichnet zum einen den Vorgang, eine Datei herunterzuladen, als auch die Datei selbst, wenn betont werden soll, dass sie aus dem Internet stammt. Aber die Herunterladung und das Heruntergeladene sind keine brauchbaren Wörter. Die Herunterlade ist bestenfalls sehr umgangssprachlich.

Es gibt allerdings eine Analogie, die uns vielleicht weiter bringt: der Ladevorgang von Gütern. Die Datei können wir z.B als Netzgut oder Netzfracht bezeichnen (Die Diskussion um Sinn und Unsinn von Netz im Zusammenhang mit dem Internet können wir uns sparen, Netz ist längst ausreichend tief in unserer Sprache verwurzelt). Allerdings vernachlässigen wir hierbei die Unterscheidung zwischen Download und Upload, die wir wenn möglich erhalten sollten. Aber vielleicht denkt einer von euch hier weiter und wartet mit weiteren Vorschlägen auf.

Schwieriger gestaltet sich das mit dem Download als Vorgang. Transfer ist weder deutsch noch in der Übertragungsrichtung eindeutig. Dateiübertragung vermisst die Richtung ebenso und ist ein Un(g)wort. Überlegen wir weiter: Dateiaufzug, Dateiabzug, Dateieinzug, Dateiabnahme, Dateihochlage, Dateizulauf, Dateiablauf… Die letzten beiden Begriffe scheinen nicht ganz unbrauchbar zu sein. Das besondere an der Datenübertragung ist ja, dass es sich weniger um einen Versand am Stück (wie bei einem Paket) handelt, sondern eher um einen Vorgang, der dem Bunkern von Heizöl ähnelt. Die Daten werden fließend übertragen. „Kannst du mal bitte den Dateiablauf anstoßen?“ oder „Der Dateizulauf auf unseren Server ist abgeschlossen“. Gewöhnungsbedürftig, ja, aber vielleicht nicht ganz unbrauchbar.

Ich bin gespannt auf weitere Vorschläge und Anmerkungen.

4 Kommentare

  1. Kann man dann auch schreiben: „Hey, mir ist gestern eine Datei zugelaufen?“

    Und wie verhält es sich mit „illegal zugelaufenen Dateien“? 😉

    Schöne Grüße

  2. David Rekowski sagt:

    Ist doch lustig 🙂
    Aber die Rede war von Hauptwörtern; für die Handlung müssen wir uns wohl vorerst mit runterladen und hochladen zufrieden geben, oder hast du dafür einen besseren Vorschlag?

  3. Dudy1 sagt:

    das Herunterladen od. Hochladen/das Runterladen
    das Hinaufladen/das Raufladen

    Weiter weiß ich noch nicht.

    Ein anderes „Highlight“ wäre und ist „upstream“ und „downstream“.

  4. phrasardeur sagt:

    Der englische Begriff „Download“ ist schon ansich widersinnig. Der Versuch dieses Wort zu übelsetzen krankt.

    Wo ist das „Internet“? Etwa Oben? Und load oder Laden ist tendenziell doch eher ein Vorgang etwas hinauf, auf etwas zu legen. Also eher eine Aufwärtsbewegung. Deswegen befürworte ich den Versuch, wenn schon, einen neuen, präziseren Begriff zu suchen, welcher sich nicht am Original orientirrt.

    Der Ansatz mit Dateientransfer, bzw. -abzug, -abnahme etc. geht in eine mögliche Richtung. Bei einem herkömmlichen, analogen Entlade- und Beladevorgang wird das Gut aber verschoben. Beim Download wird es kopiert, verdoppelt (Brave new digital world!) Dateienkopie wäre also genauer oder (für diejenigen, welche das Netz im Himmel belassen wollen) herunterkopieren. Mit der ganzen Brisanz, welches der Begriff „kopieren“ beinhaltet!

    Wer es anrüchig haben möchte, und für viele Objekte der Downloadbegierde trifft dies zu, holt sich sowieso einfache was runter.

    P.S: Das Laden kommt wohl noch aus der Zeit, als man Mühe hatte „auf“ seinem Rechner Regale für all die schweren Kilobytes zu finden. Doch die Zeit ist ja wohl auch passé.

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